Was ist Parlamentarismus?
Hans Kelsen, ein großer österreichischer Rechtsgelehrter definiert den Parlamentarismus als "Bildung des maßgeblichen staatlichen Willens durch ein vom Volke aufgrund des allgemeinen und gleichen Wahlrechts, also demokratisch, gewähltes Kollegialorgan nach dem Mehrheitsprinzip".Das österreichische Wahlrecht
Bis vor kurzem war österreichischen StaatsbürgerInnen, die jünger als 18 Jahre waren, das Recht Wählen zu gehen, verwehrt geblieben. Mit der Wahlrechtsreform 2007 sind alle StaatsbürgerInnen, die am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben, aufgerufen und vor allem berechtigt, ihre Stimme nach dem Grundsatz des gleichen, unmittelbaren, persönlichen, freien und geheimen Wahlrecht, kund zu tun. Es änderte sich jedoch nicht nur das Wahlalter, auch die Gesetzgebungsperiode wurde um ein Jahr, demnach von vier auf fünf Jahre verlängert. Auch das passive Wahlrecht, also das Recht, sich selbst zur Wahl zu stellen, wurde von 21 Jahre auf 18 Jahre gesenkt.
In Österreich gilt das Prinzip der Verhältniswahl. Die Mandate werden auf die wahlwerbenden Parteien nach ihrem prozentuellen Stimmenanteil vergeben. Österreich gliedert sich in neun Landeswahlkreise und diese wiederum in weitere Regionalwahlkreise. Die zur Wahl stehenden Personen werden mittels Wahllisten in den einzelnen Regionen und Ländern genannt.